Kanton
Capellen
Der Kanton
im Portrait
Der Kanton Capellen ist ein Kanton im Süden Luxemburgs. Er zählt 55.513 Einwohner (2025) und umfasst eine Fläche von 199 km². Er vereint städtische Zentren, industrielles Erbe und ländlichen Charakter.

Käerjeng
Landschaft
Die Landschaft des Kantons Capellen ist durch Sandstein- und Eisenerzvorkommen sowie durch Hochflächen und geschwungene Täler geprägt. Die Flüsse Eisch und Mamer bilden Täler wie das Mamertal und das Tal der Sieben Schlösser. Felder, Wälder und Wohngebiete verleihen dem Kanton seine besondere Mischung aus ländlicher Idylle und urbanem Charakter. Der südliche Teil des Kantons liegt im UNESCO-Biosphärenreservat Minett.

Der Fluss Eisch in der
Ortschaft Steinfort, Gemeinde Steinfort

Bei der Ortschaft Hiwingen,
Gemeinde Garnich
Geschichte
Die Geschichte des Kantons Capellen ist eng mit seiner kulturellen und industriellen Entwicklung verbunden. Die keltische und römische Besiedlung ist durch die archäologischen Überreste einer römischen Villa sowie einer keltischen Siedlung bei der Ortschaft Goeblange belegt. Die Ortschaft Capellen selbst liegt an einer bedeutenden römischen Straße zwischen den Städten Reims und Trier.

Römische Villa bei der
Ortschaft Goeblingen, Gemeinde Koerich
Bereits im 12. Jahrhundert wurden Befestigungsanlagen wie das Schloss Simmern urkundlich erwähnt. Das Schloss Koerich stammt aus dem 13. Jahrhundert. Beide Burgen gehören zum Tal der Sieben Schlösser. Ab dem 17. Jahrhundert entwickelte sich im Eisch-Tal die Eisenproduktion. Im Jahr 1846 markierte der Bau eines Hochofens in der Ortschaft Steinfort einen wichtigen Meilenstein der Industriegeschichte des Kantons.

Die Ortschaft Simmern,
Gemeinde Hobscheid

Das Gelände der ehemaligen
Eisenhütte in der Ortschaft Steinfort, Gemeinde Steinfort
Kultur
Kulturell ist der Kanton Capellen tief in den luxemburgischen Traditionen und der nationalen Identität verwurzelt. Die Ortschaft Nospelt gilt als Heimat der luxemburgischen Töpferkunst und des berühmten "Péckvillchen", das jedes Jahr beim traditionellen "Emaischen" gefeiert wird. Der Kanton ist außerdem eng mit Michel Rodange verbunden, der hier ab 1862 als kantonaler Straßeninspektor tätig war und mit seinem satirischen Epos "Renert" die luxemburgische Sprache nachhaltig prägte.

"Péckvillercher" aus der
Ortschaft Nospelt
Der Kanton ist zudem die Heimat von Nic Frantz und Josy Barthel. Nic Frantz gehört zu den wenigen Radrennfahrern, die das Gelbe Trikot der Tour de France von der ersten bis zur letzten Etappe trugen. Josy Barthel ist einer der wenigen olympischen Goldmedaillengewinner Luxemburgs. An beide Sportler erinnert heute das Barthel-Frantz-Denkmal in der Ortschaft Mamer.
Eine weitere bedeutende Persönlichkeit des Kantons ist Nicolas Cito, genannt "Claus", ein Bildhauer, der unter anderem die Gëlle Fra in Luxemburg-Stadt geschaffen hat.

Barthel-Frantz-Denkmal des
Bildhauers Wil Lofy, Ortschaft Mamer, Gemeinde Mamer
Attraktionen
Heute erkunden Besucher das Tal der Sieben Schlösser mit dem Fahrrad, besichtigen römische Ausgrabungsstätten, unternehmen Wanderungen und genießen lokale Biere der Brasserie Nationale in der Ortschaft Bascharage.
Der Kanton ist außerdem für die Dreikantonsstraße (N13) bekannt, eine wichtige Verkehrsverbindung zwischen dem Westen und Osten des Landes, die durch die Kantone Capellen, Esch und Remich führt.

Schloss Koerich, Ortschaft
Koerich, Gemeinde Koerich

Brasserie Nationale, Ortschaft
Bascharage, Gemeinde Bascharage